Endlich schmerzfrei – Behandlung bei Knieschmerzen

Knieschmerzen Tennis

Petra Michel (*Name geändert) hat schon immer gerne Sport gemacht. „Früher habe ich regelmäßig Tennis gespielt, aber mit der Zeit habe ich immer häufiger ein Knacken im Knie gespürt“, erinnert sich die heute 63-Jährige an die ersten Anzeichen ihrer Kniebeschwerden. „Ich habe mir zunächst nichts dabei gedacht. Aber irgendwann bekam ich Knieschmerzen.“ An die sonntägliche Partie Tennis war so nicht mehr zu denken.

Nach einem Besuch beim Orthopäden stand fest: Eine Fehlstellung des Kniegelenks war der Grund für die Beschwerden. „Unfallbedingte aber auch angeborene Achsfehlstellungen der Oberschenkel- und Unterschenkelknochen können dazu führen, dass das Gelenk einseitig belastet wird und schneller verschleißt“, sagt Dr. med. Christian Hoeckle, Chefarzt der Orthopädie im Maria-Hilf-Krankenhaus (MHK). Die häufigste Fehlstellung des Knies ist das O-Bein. Dabei kippen der Oberschenkel- und Unterschenkelknochen zur Außenseite des Beins, wodurch mehr Gewicht auf der Innenseite des Gelenks ruht. Die Folge: Die schützende Knorpelschicht nutzt sich auf der belasteten Seite übermäßig ab. Das kann zu einer Arthrose führen. So auch bei Petra Michel.

Individuelle Behandlung

„Wenn alle konservativen Therapiemaßnahmen ausgereizt sind, die Schmerzen aber weiter anhalten, kann eine Prothese erforderlich sein“, sagt Dr. med. Christian Hoeckle. Diese muss exakt an die Anatomie des Patienten angepasst werden, um die Beinachse begradigen und den natürlichen Bewegungsablauf rekonstruieren zu können. Das ist besonders wichtig, um trotz komplexem Gelenkaufbau ein sehr gutes Behandlungsergebnis erzielen zu können.

„Bei der Bewegung des Kniegelenks kommt es zu einem Roll-Gleit-Vorgang. Es bewegt sich während der Beugung also in verschiedene Richtungen und wird dabei von den Kreuz- und Seitenbändern geführt“, erklärt der Facharzt für Orthopädie. Mitverantwortlich für diesen Vorgang ist die asymmetrische Gelenkfläche des Unterschenkels, das sogenannte Tibiaplateau. Dieses ist an der Außenseite nach außen und an der Innenseite nach innen gewölbt; ebenso wie die speziellen Prothesen, die für eine möglichst natürliche Nachbildung der individuellen Anatomie im Maria-Hilf-Krankenhaus verwendet werden. 

„Im Vergleich zu herkömmlichen Prothesen gelingt es uns so meist nicht nur eine bessere Beweglichkeit des Gelenks zu erzielen, sondern auch den vorderen Knieschmerz, den manche Patienten beklagen, im Vergleich zu anderen Kniesystemen deutlich zu reduzieren“, sagt Dr. med. Christian Hoeckle. Gleichzeitig kann die spezielle Form der Prothesenkomponenten durch geringeren Abrieb für eine lange Haltbarkeit des Kunstgelenks sorgen. „Den Schlüssel für einen erfolgreichen und langjährigen Gelenkersatz am Knie sehen wir in der näherungsweise perfekten Nachbildung des natürlichen Bewegungsverhaltens.“

Schonendes Verfahren

Beim Ersatz des Kniegelenks setzen die Orthopäden des Maria-Hilf-Krankenhauses auf minimalinvasive, schonende Operationsverfahren. Dabei werden Muskeln und Sehnen nicht durchtrennt, sondern lediglich beiseitegeschoben. „Indem wir im Anschluss an die Operation eine individuelle Schmerztherapie durchführen und noch am gleichen Tag mit der Mobilisierung beginnen, können wir die Genesungszeit für unsere Patienten verkürzen“, sagt der Chefarzt der Orthopädie im MHK.

Das kann auch Petra Michel bestätigen. Sie hat sich nach einer ausführlichen Beratung und Untersuchung für eine Operation im Maria-Hilf-Krankenhaus entschieden: „Einen Tag nach dem Eingriff bin ich schon auf dem Stationsflur spazieren gegangen.“ Nach einer Woche konnte sie das Krankenhaus verlassen und mit der Rehabilitation beginnen. „Uns interessiert natürlich auch über die Operation hinaus, wie unsere Patienten mit dem neuen Gelenk zurechtkommen. Deshalb stehen wir auch nach dem Krankenhausaufenthalt in Kontakt mit den weiterbehandelnden Ärzten und der Rehabilitationsklinik“, erklärt Dr. med. Christian Hoeckle. 

Sechs Monate nach dem Eingriff blickt Petra Michel zufrieden auf die Behandlung zurück: „Ich kann endlich wieder weitere Strecken gehen, ohne Knieschmerzen zu bekommen. Und Tennis werde ich bald bestimmt auch wieder spielen.“

Diesen Artikel finden Sie auch in der neuen Ausgabe des MHK-Kuriers.