Wenn das Gehen zur Qual wird

Fußschmerzen behandeln, Hallux valgus

Die häufigste Erkrankung des Fußes ist der schiefe Großzeh, der Hallux valgus. Man kann diesen sehr gut am Überbein erkennen, bei dem sich am Kopf des ersten Mittelfußknochens ein Wulst gebildet hat. Dadurch lässt sich der Fuß meist nicht mehr gleichmäßig über alle Mittelfußknochen abrollen, sodass einzelne überlastet werden. Die Folge: Fußschmerzen.

Doch wie entsteht ein Hallux valgus? Und können Pumps tatsächlich zu einer Fehlstellung beitragen? „Auslöser für einen Hallux valgus ist in den meisten Fällen eine erblich bedingte Neigung zu einem Senk- oder Spreizfuß“, erklärt Matthias Kirsch, Oberarzt der Orthopädie im Maria-Hilf-Krankenhaus und zertifizierter Fußchirurg. Übergewicht erhöht den Druck auf die Füße und kann die Erkrankung verschlimmern. Auch falsches oder ungeeignetes Schuhwerk kann Fehlstellungen hervorrufen. Dazu zählen leider auch Pumps.

Behandlung des Hallux valgus

Wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Einlagenversorgung und Hallux valgus-Orthesen keine Schmerzlinderung mehr versprechen, kann eine operative Korrektur der Fehlstellung notwendig sein. Bei der Behandlung des Hallux valgus kommen im Maria-Hilf-Krankenhaus je nach Ausmaß der Erkrankung verschiedene Operationstechniken zum Einsatz. „Im einfachsten Fall können wir das Köpfchen des ersten Mittelfußknochens verschieben und Weichteilschäden operativ korrigieren“, erklärt Matthias Kirsch das Verfahren der Osteotomie. „In ausgeprägten Fällen kann eine Korrektur im Mittelfuß-Schaftbereich oder sogar eine Versteifung des Verbindungsgelenks zwischen Fußwurzel und Mittelfuß erforderlich werden.“ Das Ergebnis der Korrektur sichern die Orthopäden durch spezielle Metallimplantate. Diese sind dank moderner Entwicklungsmethoden sehr dünn, sodass benachbarte Sehnen und Nervenstrukturen nicht gereizt werden. Gleichzeitig gewährleisten die Implantate die erforderliche Stabilität.

Nach der Operation schützt und stabilisiert ein Spezialschuh den Fuß. Unterarmgehstützen sorgen anfangs für die nötige Entlastung. Je nach Fehlstellung und Behandlungsverlauf kann der Fuß in der Regel nach sechs bis acht Wochen wieder normal belastet werden. 

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