Hüfte

Gesunde Hüftgelenke sind eine wichtige Voraussetzung für ein mobiles Leben. Sie sind die Verbindungsstelle zwischen Rumpf und Beinen und ermöglichen eine Vielzahl verschiedener Bewegungen. Dabei ruht ein überwiegender Teil des Körpergewichts auf ihnen und verlangt den beweglichen Kugelgelenken tagtäglich einiges ab.

Das Hüftgelenk setzt sich aus einer Hüftpfanne im Beckenknochen sowie einem Hüftkopf am oberen Ende des Oberschenkelknochens zusammen. Die Oberflächen der Gelenkpartner sind mit einer schützenden Knorpelschicht überzogen, die als natürlicher „Stoßdämpfer“ dient. Bänder und Sehnen stabilisieren das Gelenk.

Sind Teile des Gelenks beispielsweise durch Arthrose oder das Impingement-Syndrom beschädigt, treten oftmals Hüftschmerzen auf.

Im Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf in Bergheim wenden wir in den meisten Fällen für das Einsetzen einer Hüftendoprothese die sogenannten AMIS-OP-Methode an. Dank dieser Methode ist eine schnellere Genesungszeit möglich und Paienten können früher wieder in ihre Gewohnte Umgebung entlassen werden.

  • Arthrose des Hüftgelenks
  • Impingement-Syndrom
  • AMIS-OP-Methode

Arthrose des Hüftgelenks

Eine häufige Ursache für Hüftschmerzen ist die verschleißbedingte Erkrankung des Gelenks, die sogenannte Coxarthrose. Dabei nimmt der schützende Gelenkknorpel zwischen der Hüftpfanne im Beckenknochen und dem Hüftkopf am Oberschenkelschaft Schaden. Reißt die Knorpelschicht stellenweise ein und raut sich auf, erhöht sich der Druck, der bei Bewegung auf die Knochen wirkt.

Im Alltag äußert sich eine Hüftarthrose oftmals durch Anlaufschmerzen, Einknicken bei längerem Gehen, Schmerzen beim Abwärtssteigen von Stufen sowie Schmerzen in der Leiste der betroffenen Gelenkseite.

Ist der Verschleiß des Hüftgelenks weit fortgeschritten, kann ein künstlicher Gelenkersatz Beschwerden reduzieren.

Diagnostik

Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung des schmerzenden Gelenks ist die genaue Untersuchung des Patienten. Hierfür erfragen die Ärzte der Orthopädie in einem Gespräch zunächst Details über den Krankheitsverlauf, über Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten.

Der nächste Schritt ist eine körperliche Untersuchung. Dabei sieht sich der behandelnde Arzt den Gang und die Körperhaltung des Patienten an. Dadurch können Fehlstellung und Schonhaltungen, die zu Beschwerden führen, erkannt werden. Auch die Beweglichkeit der Gelenke wird in diesem Zusammenhang überprüft. Diese lässt je nach Bewegungseinschränkungen bereits auf die Schwere der Hüftarthrose schließen.

Darüber hinaus geben verschiedene bildgebende Verfahren Aufschluss über die Gelenksituation des Betroffenen. Hierzu zählen unter anderem Röntgenaufnahmen. Ist darauf zu erkennen, dass der Abstand zwischen der Hüftpfannen und dem Hüftkopf verschmälert ist, lässt sich daraus schließen, dass der Gelenkknorpel zwischen den Knochen beschädigt bzw. abgerieben ist. Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) lassen sich die Weichteile wie Muskeln, Bänder und Gelenkflüssigkeit darstellen. Die Magnetresonanztomographie bildet hingegen Bänder, Muskeln und auch den Knorpel ab.

Behandlung

Hüftprothese • Orthopädie des Maria-Hilf-Krankenhauses

Erhärtet sich der Verdacht einer weit fortgeschrittenen Hüftarthrose, wählt der behandelnde Arzt ein für den Patienten geeignetes Implantat aus. Im Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf kommt eine Vielzahl an Prothesenarten zum Einsatz, die an die individuellen Faktoren angepasst sind. Alle Auswahlmöglichkeiten werden in der Regel minimal-invasiv mithilfe der AMIS-OP-Methode eingesetzt. Das bedeutet, dass Muskeln und Sehnen nicht durchtrennt, sondern lediglich beiseitegeschoben werden. Für Patienten hat die AMIS-Methode den Vorteil, dass sich die Genesungsdauer deutlich verkürzt und kosmetisch unauffällige Narben zurückbleiben. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Möglichkeiten der Prothesenverankerung unterscheiden.

Zementfreie Prothese
Eine zementfreie Prothese kommt besonders für Patienten zwischen 60 und 80 Jahren mit einem gesunden Knochenstoffwechsel in Frage. Dabei werden die beschädigte Hüftpfannen und der Hüftkopf künstlich nachgebildet und mit dem Knochen verpresst. Indem das gesunde Knochengewebe mit der Zeit an die Prothese festwächst, entsteht eine feste und dauerhafte Einheit. Patienten können das Gelenk bereits unmittelbar nach der Operation voll belasten.

Zementierte Prothese
Bei der zementierten Prothese kommt ein spezieller, schnell aushärtender Knochenzement zur Anwendung, der das Kunstgelenk mit dem Knochen verbindet. Ein Vorteil dieser Befestigungsart ist, dass sie auch bei schwachem Knochen eine primäre Stabilität bietet. Besonders für Patienten, deren Knochenstruktur Schäden aufweist, beispielsweise durch Osteoporose, ist diese Art der Befestigung geeignet.

Hybridprothese
Die Hybridprothese bezeichnet eine Kombination aus zementfreiem und zementiertem Implantat. Dabei wird die Gelenkpfanne in der Regel zementfrei fixiert, während der Prothesenschaft mit Zement im Oberschenkelknochen verankert wird.

Um zur Qualitätsverbesserung der bundesweit implantierten Endoprothesen beizutragen, nehmen wir am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) teil. Indem wir anonymisierte Informationen zu verwendeten Implantaten, Operationsverfahren und Operateuren übermitteln, helfen wir, eine langfristige Datengrundlage zu implantierten Kunstgelenken aufzubauen. Anhand dieser soll die Qualität der Produkte beurteilt, das Behandlungsergebnis gesichert und die Zahl der Wechseloperation verringert werden.

Nachbehandlung

Durch die schonenden Operationsverfahren, die das Team der Orthopädie im Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf anwendet, können Patienten bereits am Tag ihrer Operation mit ersten Bewegungsübungen am Bett beginnen. Die erfahrenen Physiotherapeuten unterstützen sie dabei.

Von der ersten Mobilisierung an können und sollen Patienten das behandelte Gelenk voll belasten. Unterarmgehstützen bieten den Patienten in den ersten vier Wochen nach dem Eingriff zusätzliche Sicherheit.

 

Periprothetische Fraktur • Orthopädie des Maria-Hilf-KrankenhausesPeriprothetische Fraktur • Orthopädie des Maria-Hilf-Krankenhauses

Impingement-Syndrom

Das Impingement-Syndrom ist eine Erkrankung, die durch eine dauerhafte und einseitige Belastung oder aber anlagebedingt entstehen kann. Dabei stehen Schenkelhals und Gelenkpfanne in einem Missverhältnis zueinander. Durch diese anatomische Fehlstellung entsteht ein knöcherner Kontakt, bei dem die Gelenklippe, das sogenannte Labrum eingeklemmt wird. Das ist für den Betroffenen sehr schmerzhaft und führt zu Einrissen in der Gelenklippe und im Knorpel, die wiederum Arthrose bedingen.

Diagnostik

Die Diagnostik des Impingements der Hüfte besteht in einer ausführlichen, körperlichen Untersuchung. Hierbei können spezifische, klinische Tests erste Hinweise liefern. Die Röntgen- und MRT-Diagnostik des Hüftgelenks kann den Verdacht in der Regel erhärten, da hier das knöcherne Missverhältnis zwischen Hüftkopf und -pfanne  sowie die Verletzung der bindegewebigen Gelenklippe dargestellt werden können.

Behandlung

Das Impingement-Syndrom lässt sich mittels eines minimal-invasiven (arthroskopischen) Eingriffs mit einer knöchernen Dekompression behandeln. Dabei kommen spezielle Fadenanker zum Einsatz, mithilfe derer die Gelenklippe rekonstruiert werden kann. Außerdem entfernt der Operateur mittels minimal-invasiver Frästechnik überschüssigen Knochen am Schenkelhals und Hüftkopf, sodass das Missverhältnis zwischen Hüftkopf und Gelenkpfanne behoben wird. Im günstigsten Fall lässt sich so die Entstehung einer Arthrose des Hüftgelenks verhindern oder zumindest verlangsamen.

Nachbehandlung

Nach dem Eingriff dürfen Patienten das behandelte Bein drei Wochen lang nur teilweise belasten, bevor sie schrittweise zur Vollbelastung übergehen. Gezielte Bewegungsübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten unterstützen den Genesungsprozess zusätzlich.

Minimalinvasive Hüftendoprothetik

Die AMIS-Technik (Anterior Minimally Invasive Surgery) ist eine moderne, minimalinvasive Operationsmethode zum Einsatz einer Hüftendoprothese.
In der Orthopädie des Cellitinnen-Krankenhauses Maria-Hilf in Bergheim bieten wir diese schonende Technik zur Behandlung von Hüftarthrose und schweren Hüftgelenkserkrankungen an.

Ziel der AMIS-Methode ist es, die Hüfte über einen muskelschonenden Zugang zu operieren – für eine schnellere Mobilisation, weniger Schmerzen und eine kürzere Rehabilitationszeit.

Für wen ist die AMIS-Hüftoperation geeignet?

Die AMIS-Technik eignet sich besonders für Patienten

  • mit Hüftarthrose und fortgeschrittenem Hüftgelenkverschleiß,
  • die dadurch an schmerzbedingter Bewegungseinschränkung leiden
  • bei denen zuvor konservative Therapie (Krankengymnastik, Schmerzmittel, Hyaluron-Spritzen etc.) erfolglos waren und keine Verbesserung erbracht haben.

Ob die AMIS-Methode in Ihrem individuellen Fall geeignet ist, klären wir im Rahmen einer persönlichen Beratung in unserer Sprechstunde.

Ablauf einer Hüftoperation mit AMIS

  1. Orthopädische Diagnostik & Beratung: Sie haben eine Überweisung von Ihrem Haus- oder Facharzt, der im besten Fall bereits einige Voruntersuchungen gemacht und z.B. MRT-Aufnahmen gemacht hat. Damit wenden Sie sich an unser Sekretariat und vereinbaren einen Sprechstundentermin, zu dem Sie alle Unterlagen mitbringen.

  2. Indikationsstellung zur Hüftendoprothese: In der Sprechstunde besprechen Sie mit unseren Fachärzten Ihre Diagnoseunterlagen und welche Behandlung in Frage kommt. Wichtig: Sie allein entscheiden, ob Sie eine Operation möchten oder nicht. Vielleicht sind noch nicht alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft und unsere Experten können Ihnen einen Tipp geben. Bitte bedenken Sie, dass wir keinerlei Therapie verordnen können, dies muss dann wiederum Ihr Haus- oder Facharzt tun. Sollten Sie sich für eine Operation entscheiden, können Sie alle weiteren Schritte, wie Vorgespräch, OP-Termin und Anschlussbehandlung, mit unserem Team besprechen.

  3. Minimalinvasive AMIS-Operation: Eine individuelle Prüfung Ihrer anatomischen Voraussetzungen entscheidet darüber, ob bei Ihnen die AMIS-Methode angewendet werden kann. In den meisten Fällen ist dies möglich, es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen ein anderer Zugangsweg sinnvoller ist. 

  4. Frühmobilisation & physiotherapeutische Betreuung: Bereits wenige Stunden nach der Operation können und sollen Sie sich wieder bewegen und die Hüfte belasten. Dank unseres optimierten Narkoseverfahrens sollten Sie bereits kurz nach der OP wieder vollkommen klar und fit sein. Auch unser individuelles Schmerzmanagement sorgt dafür, dass Sie sich zeitnah dazu in der Lage fühlen, Ihre ersten Schritte zu machen. Selbstverständlich werden Sie dabei von unseren fachkundigen Physiotherapeuten unterstützt, die Sie anleiten.

 

Nachbehandlung und Rehabilitation

Im Vorfeld der Operation haben Sie sich Gedanken um Ihre Anschlussversorgung gemacht. Hierbei kann unser Sozialer Dienst unterstützen und mit Ihnen gemeinsam einen Platz in einer Reha-Einrichtung suchen oder mit Ihnen mögliche Anträge für Heil- und Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege besprechen. Nehmen Sie also gerne Kontakt über unser Zentrales Patientenmanagement (ZPM) auf, um eine reibungslose Entlassung zu ermöglichen.

Häufige Fragen zur Hüftgelenks-OP

Welche Arten von Hüftprothesen gibt es und wann werden sie eingesetzt?

Es gibt verschiedene Formen der Hüftendoprothese, die individuell angewendet werden:

  • Teilprothese: künstlicher Ersatz des Hüftkopfes, meist bei älteren Patienten nach Frakturen

  • Vollprothese/Totalendoprothese (TEP): künstlicher Ersatz von Hüftkopf und Pfanne, Standard bei Arthrose

  • Kurzschaftprothese: knochensparend, häufig bei jüngeren und aktiven Patienten

  • Zementfreie Prothese: bei guter Knochenstruktur, da sie im Knochen einwächst

  • Zementierte Prothese: bei verminderter Knochenqualität

Die Wahl der passenden Hüftprothese erfolgt individuell anhand diverser Kriterien wie Aktivitätsniveau, Knochenqualität, Art und Ausmaß der Gelenkschädigung Begleiterkrankungen und anatomische Gegebenheiten.

Wie läuft die Planung einer Hüftprothesen-Operation ab?

Die Planung einer Hüftprothesen-Operation erfolgt strukturiert und sorgfältig:

  1. Orthopädische Untersuchung und Anamnese, Beurteilung der Vorbefunde

  2. Bildgebung (Röntgen, ggf. MRT oder CT)

  3. Auswahl der geeigneten Prothese und OP-Technik, Planung der örtlichen Lage der Prothese inkl. möglicher Achskorrektur mithilfe eines conputergestütztem System 

  4. Aufklärung über Ablauf, Risiken und Nachbehandlung

  5. Präoperative Vorbereitung (z. B. Blutwerte, Narkosegespräch)

Ziel ist eine individuell angepasste, sichere und langfristig stabile Versorgung.

Welche OP-Methode gibt es?

In der Regel nutzen unsere Fachärzte den minimalinvasiven Eingriff, den sogenannten <strong class="changeContent" data-id="AMIS-OP-Methode">AMIS-Zugang</strong>, zum Einsetzen des künstlichen Hüftgelenks. Über einen kleinen Hautschnitt von 7-10 cm auf der Vorderseite des Oberschenkels wird das Kunstgelenk eingesetzt. Dabei werden natürliche Muskellücken genutzt und Verletzungen dieser (Muskeltraumata) vermieden. Auch Sehnen und Nerven werde nicht durchtrennt, sondern lediglich zur Seite geschoben.

Vorteil: geringere Schmerzen, größere muskuläre Stabilität, schnellere Rehabilitation, besseres kosmetisches Ergebnis, geringerer Blutverlust

Welche Narkose wird verwendet? Gibt es Risiken oder Komplikationen?

Im Vorgespräch besprechen Sie mit dem Anästhesisten alles Wichtige, sodass die Narkose optimal an Sie angepasst werden kann. Anhand Ihrer körperlichen Eigenschaften wie Größe und Gewicht wird die richtige Dosierung abgestimmt. Auch werden mögliche Allergien und Unverträglichkeiten sowie Vorerkrankungen festgehalten und berücksichtigt.
Um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, wenden unsere erfahrenen Anästhesisten ein erfolgreiches Konzept an. Dazu gehört u.a.:
- es wird auf delirauslösende Medikamente verzichtet
- die Nüchternzeiten werden so gering wie möglich gehalten
- die Narkosezeit wird so gering wie möglich gehalten
- Blutdruckschwankungen und Unterzuckerungen werden durch dauerhafte Überwachung vermieden
- mögliche Drainagen, Katheter oder intravenöse Zugängen werden so zeitnah wie möglich nach der OP entfernt
- es erfolgt eine frühzeitige Reorientierung unter Zuhilfenahme potenzieller Hilfsmitel (Brille, Hörgeräte), Nahrungsaufnahme und einem gewohnten Tag-Nacht-Rhytmus
- frühzeitige Mobilisation (Aufstehen, wenn möglich, bereits am OP-Tag)

Wie lange dauert die OP?

In der Regel dauert die OP eine bis anderthalb Stunden
Vorab wird in einem individuellen Gespräch herausgefunden, welche Prothese in Frage kommt. Diese wird ausgemessen und an das jeweilige Gelenk des Patienten angepasst, sodass beim Einsetzen alles reibungslos passen sollte.
Während der OP wird der Zustand der Knochen beurteilt und es wird entschieden, ob einzelne Komponenten des künstlichen Gelenks einzementiert werden müssen. Dies kann je nach Zustand und Aufwand die OP-Dauer verlängern.

Verliere ich viel Blut während der OP?

In der Regel besteht ein geringer Blutverlust, sodass kein Einsatz von Blutkonserven notwendig ist. Ist erhöhter Blutverlust absehbar, wird ein Gerät eingesetzt, das das Blut des Patienten auffängt und filtert, sodass es zurückübertragen werden kann
Vorteil: weniger Blutkonserven werden benötigt und das Risiko für übertragbare Krankheiten (AIDS, Hepatitis C o. ä.) wird minimiert

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt und die Regenerationszeit bei einem Hüftgelenksersatz?

Die Aufenthaltsdauer nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks ist individuell und abhängig von Alter, Allgemeinzustand und Fitness. Im Regelfall haben Patienten einen 7-tägigen Krankenhausaufenthalt (inklusive OP-Tag). Anschließend erfolgt eine stationäre oder ambulante Reha mit zusätzlichen physiotherapeutische Maßnahmen (in Einzelfällen auch alternativ zur Reha, z.B. wenn man aus persönlichen Gründen nicht in Reha fahren kann).
Die durchschnittliche, voraussichtliche Gesamtdauer des vollständigen Genesungsprozesses liegt bei ca. 12 Wochen.

Muss ich mit Schmerzen nach der OP rechnen?

Vollkommen schmerzfrei werden Sie höchswahrscheinlich nicht sein, aber das Schmerzempfinden ist sehr individuell und von Patient zu Patient unterschiedlich.
Haben Sie keine Angst davor, wir stellen Sie mit unserem individuellen Schmerzmanagement so ein, dass Sie keine allzu großen Schmerzen spüren werden. Tag für Tag werden die Medikamente ausgeschlichen, sodass Sie zeitnah sowohl medikamenten- als auch schmerzfrei sein werden.

Wann darf ich nach der OP duschen?

Sofern die Wunde trocken und reizlos ist, ist Duschen oder Baden ab dem 5. Tag nach der OP (mit dem bereits bestehenden Pflaster) möglich. Das Pflaster muss danach erneuert werden.
 

Wie schnell kann ich nach der OP wieder belasten (gehen, Auto fahren, arbeiten)?

Im Regelfall ist eine vollständige Belastung ab dem ersten Tag nach der Operation (sofern schmerzbedingt möglich) unter Anleitung der Physiotherapeuten möglich. Allerdings ist dies immer individuell zu beurteilen und abhängig von der Art der prothetischen Versorgung sowie der Knochenbeschaffenheit.

In der Regel können Sie nach 6-8 Wochen wieder Auto fahren. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von Ihrem individuellen Genesungsprozess. Voraussetzung ist, dass Sie frei sind von Gehhilfen und Schmerzmedikamenten.

Wann Sie wieder arbeiten gehen können, hängt von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Patienten, die im Homeoffice arbeiten, können z.B. schneller wieder ihre Arbeit aufnehmen als Patienten, die Baustellenfahrzeuge bedienen.

Worauf muss ich nach der OP achten?

Auch wenn Liegen auf der operierten Seite und auf dem Rücken problemlos möglich ist , sollten Sie sich nicht auf die operierte Seite drehen, da die Gefahr einer Luxation (Auskugeln des Hüftgelenkes) besteht. Stehen Sie deshalb immer zur operierten Seite aus dem Bett auf. Tipp: auf diese Seite das Nachtschränkchen stellen

Sie sollten Anspreizen und starkes Beugen des operierten Hüftgelenkes vermeiden, ebenso das Sitzen auf tief nach hinten abfallenden Sitzmöbeln.

Seien Sie vorsichtig beim Schuheanziehen und beim Bücken. Tipp: nutzen Sie einen langen Schuhlöffel.

Lassen Sie schwere Gegenstände lieber stehen oder sich von jemandem helfen. Wenn Sie etwas Tragen, verteilen Sie die Last gleichmäßig auf beide Seiten oder benutzen Sie einen Rucksack.

Darf ich Sport machen?

Ja, Sport ist gut für die Gelenke, das allgemeine Wohlbefinden und kann Übergewicht vorbeugen/entgegenwirken.

Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Wandern, Skilanglauf, Walking/Nordic Walking, Schwimmen (Brustschwimmen in den ersten 12 Wochen ohne Grätsche), Aquajogging, Aquawalking, Gymnastik

Bedingt empfehlenswert sind Sportarten wie Laufen auf weichem Boden, gesundheitsorientiertes Krafttraining, Golf, Tanzen, Kegeln/Bowling, da sie die Gelenke stärker beanspruchen.

Wie erfahre ich, welche Prothese mir eingesetzt wurde?

Es erfolgt eine Eintragung in den Prothesenpass. Neben dem OP-Datum sind auch Informationen über Art und Größe der Prothese enthalten. Dieses Dokument sollten Sie immer bei sich tragen, denn diese Infos sind ggf. für nachbehandelnde Ärzte von großem Nutzen. Auch bei Reisen (Flugreisen etc.) weist Sie der Ausweis als Träger eines künstlichen Gelenks aus, was z.B. bei der Sicherheitskontrolle relevant ist. 

Wie lange hält eine Hüftprothese?

Dank verbesserter Materialien können künstliche Hüftgelenke zwischen 15 und 25 Jahren halten. Dies ist jedoch auch individuell abhängig, beispielsweise von Abnutzungserscheinungen durch hohe Aktivität und Belastung.

Patientenstimme: Vom Hausarzt zum Hüftpatienten

Jahrelang hat Prof. Jörg Robertz als Hausarzt Patientinnen und Patienten mit Beschwerden des Bewegungsapparates beraten und betreut. Nun hatte er selbst Probleme mit der Hüfte und brauchte Hilfe. Diese bekam er von Dr. med. Christian Hoeckle und seinem Team der Orthopädie im Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf Bergheim. In seinem Vortrag wird Prof. Robertz den komplexen Entscheidungsprozess hin zu einer Hüft-Operation beschreiben und geht auf seine intensive OP-Vorbereitung ein.