Wirbelsäule

Sie sorgt für eine aufrechte Körperhaltung, ist flexibel und gleichzeitig stabil – die besondere Anatomie der Wirbelsäule ermöglicht eine Vielzahl verschiedener Bewegungen und ist für den menschlichen Körper das tragende Element. Die Wirbelsäule setzt sich aus stabilen Wirbelkörpern, flexiblen Bandscheiben und Wirbelgelenken zusammen. Kapseln, Bänder, Sehnen, Muskeln und Nerven verbinden diese Elemente und geben den nötigen Halt.

Obwohl die Wirbelsäule hohen Anforderungen und Belastungen gewachsen ist, können sie verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht bringen.

  • Wirbelkörperbruch
  • Iliosakralgelenk | ISG-Syndrom
  • Facettensyndrom
  • Bandscheibenvorfall
  • Interventionelle Schmerztherapie

Wirbelkörperbruch (Osteoporose)

Wenn Knochen mit der Zeit an Festigkeit verlieren und schon bei mäßiger Krafteinwirkung, einem sogenannten Bagatelltrauma, brechen, spricht man von einer Osteoporose. Diese kann auch die Wirbelsäule treffen und zu schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen führen.

Die Ursache hierfür ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Anders als oftmals angenommen, handelt es sich beim Skelett um ein dynamisches System, das ständigen Umbauprozessen unterworfen ist. Dazu zählt der kontinuierliche Aufbau und Abbau von Knochensubstanz. Dieser Prozess befindet sich etwa bis zum 30. Lebensjahr im Gleichgewicht. Danach wird jährlich durchschnittlich ein Prozent mehr Knochensubstanz abgebaut als aufgebaut. Bei Osteoporose-Patienten ist dieser Prozess beschleunigt, wodurch das Knochengewebe porös wird.

Ist dieser Prozess weit fortgeschritten, genügt bereits ein Sturz, um schmerzhafte Brüche, insbesondere am Oberschenkelhalsknochen und den Wirbelkörpern zu verursachen. Bei einer ausgeprägten Osteoporose kann es auch ohne Krafteinwirkung, also allein aufgrund der Erkrankung, zu Brüchen kommen. Diese führen zu großen Schmerzen und sind häufig mit einer erheblichen Verkrümmung der Wirbelsäule verbunden.

Diagnostik

Ob Rückenschmerzen auf einen Wirbelkörperbruch zurückzuführen sind, lässt sich anhand von Röntgenaufnahmen erkennen. Ist ein schlecht einsehbarer Bereich wie der Übergang der Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule von den Schmerzen betroffen, kommt darüber hinaus die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz.

Behandlung

Um poröses Knochengewebe nach einem Bruch langfristig stabilisieren zu können, ist eine besondere Behandlung notwendig. Daher hat sich die Orthopädie des Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf auf die sogenannte Kyphoplastie bei osteoporotisch bedingten Wirbelkörperbrüchen spezialisiert. Dabei wird  im  betroffenen Wirbelkörper mit Hilfe eines speziellen Ballons ein Hohlraum geschaffen, der den zusammengesackten Wirbel aufrichtet. Dieser Hohlraum wird in einem nächsten Schritt mit speziellem Knochenzement aufgefüllt und langfristig stabilisiert. Einem erneuten Bruch des behandelten Wirbels wird somit vorgebeugt.

Neben osteoporotisch bedingten Wirbelkörperbrüchen können auch andere krankhafte Frakturen, die zum Beispiel durch bösartige Tumore oder Tumormetastasen entstehen, mittels der Kyphoplastie behandelt werden.

Nachbehandlung

Nach einem osteoporotisch bedingten Wirbelkörperbruch bietet die Physiotherapie des Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf eine spezielle Nachsorge an, die erneute Verletzungen verhindern soll. Neben klassischen Mobilisierungsübungen wird insbesondere Aufklärungsarbeit betrieben. Denn obwohl der behandelte Wirbel nicht erneut brechen kann, sind andere Knochen noch immer von den Auswirkungen der Osteoporose betroffen und entsprechend instabil. Daher üben die Patienten unter Anleitung der Physiotherapie verschiedene Alltagssituationen, wie etwa über die Seite aus dem Bett zu steigen, die Schuhe mit einem langen Schuhlöffel anzuziehen und Gewichte aus den Knien und mit geradem Rücken zu heben. Denn neben gezielten Übungen ist auch das richtige Verhalten im Alltag ein nicht zu unterschätzender Faktor, um den Auswirkungen von Osteoporose entgegenzuwirken. Darüber hinaus ist nach der Operation eine langfristige, medikamentöse Behandlung der Osteoporose erforderlich, um weiteren Brüchen gezielt vorzubeugen.

Schmerzen am Iliosakralgelenk | ISG-Syndrom

Das Iliosakralgelenk (ISG), auch Sakralgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk genannt, verbindet den Beckengürtel mit der unteren Wirbelsäule. Da es von starken Muskeln und Bändern umgeben ist, ist es im Vergleich zu den großen Gelenken wie dem Knie-  oder Schultergelenk weniger beweglich. 

Beschwerden am Iliosakralgelenk machen sich vornehmlich in der Gesäßregion bemerkbar. Sie verursachen typischerweise Bewegungsschmerzen und treten häufig bei entzündlichen Prozessen auf (Sakroiliitis).

Diagnostik

Um zu ermitteln, ob Rückenschmerzen vom Iliosakralgelenk ausgehen, erfolgt zunächst ein Anamnesegespräch über die Art und Häufigkeit der Beschwerden. Darüber hinaus führt der behandelnde Arzt verschiedene Bewegungstests durch. Anhand derer ist zu erkennen, ob ein ISG-Syndrom vorliegt.

Behandlung

In der Behandlung von Schmerzen am Iliosakralgelenk kommt die interventionelle Schmerztherapie zum Einsatz.

Nachbehanldung

Nähere Informationen zur Nachbehandlung finden Sie unter dem Menüpunkt interventionelle Schmerztherapie

Facettensyndrom / Spinalkanalstenose

Klagen Patienten über starke Schmerzen im Kreuz, die in das Gesäß und die Beine ausstrahlen, können das Facettensyndrom, eine schmerzhafte Arthrose der Zwischenwirbelgelenke, oder eine Einengung des Spinalkanals die Ursache dafür sein.

Diagnostik

Ob Rückenschmerzen, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule, auf eine Wirbelgelenksarthrose oder Spinalkanalstenose zurückzuführen sind, lässt sich mit Hilfe eines Anamnesegesprächs und einer ausführlichen körperlichen Untersuchung feststellen. Darüber hinaus kommen Röntgenaufnahmen zum Einsatz. Auch eine CT- oder MRT-Untersuchung kann notwendig sein.

Behandlung

In der Behandlung des Facettensyndroms und der Spinalkanalstenose kommt die interventionelle Schmerztherapie zum Einsatz.

Nachbehandlung

Nähere Informationen zur Nachbehandlung finden Sie unter dem Menüpunkt interventionelle Schmerztherapie

Bandscheibenvorfall

Bandscheiben sind die flexiblen Stoßdämpfer zwischen den knöchernen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem äußeren, faserigen Ring und einem inneren, gallertigen Kern. Im Rahmen degenerativer Umbauprozesse kann der äußere Ring einreißen, wodurch inneres Bandscheibengewebe austreten und in den Spinalkanal gelangen kann.

Der Bandscheibenvorfall kann dazu führen, dass Nervenstrukturen komprimiert werden. Das verursacht Rückenschmerzen, die häufig in die Arme oder Beine ausstrahlen. Bei starker Kompression eines Nervs können zusätzlich Gefühlsstörungen, im schlimmsten Fall sogar Muskellähmungen, auftreten.

Diagnostik

Zur Sicherung der Diagnose eines Bandscheibenvorfalls sind eine ausführliche, körperliche Untersuchung und in der Regel eine MRT-Untersuchung erforderlich.

Behandlung

In der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls kommt die interventionelle Schmerztherapie zum Einsatz.

Nähere Informationen zur Nachbehandlung finden Sie unter dem Menüpunkt interventionelle Schmerztherapie.

Interventionelle Schmerztherapie

Schmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Sie können unter anderem nach Unfällen oder Operationen, bei Tumoren oder Verschleißerkrankungen auftreten. Am häufigsten klagen Patienten über Beschwerden an der Wirbelsäule.

Besonders bei chronischen Verläufen kann der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verlieren und einen selbstständigen Krankheitswert erlangen. Daher ist es wichtig, dieser Entwicklung mit Hilfe einer Schmerztherapie entgegenzuwirken.

Diagnostik

Um festzustellen, welche Ursachen hinter Schmerzen an der Wirbelsäule stecken, erfolgt zunächst ein Anamnesegespräch mit ausführlicher körperlicher Untersuchung. Darüber hinaus kommen je nach individuellen Beschwerden verschiedene bildgebende Verfahren wie Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen zum Einsatz. Dadurch kann der behandelnde Arzt tiefer liegende Strukturen wie etwa den Wirbelkanal, Bandscheiben, Wirbelgelenk, Nerven oder das Rückenmark darstellen.

Behandlung

Die Therapie findet im Rahmen eines kurzen, stationären Aufenthaltes (3-6 Tage) statt und Beinhaltet eine intravenöse Schmerztherapie, intensive physiotherapeutische Übungsmaßnahmen sowie eine gezielte Injektionsbehandlung. Die Injektionsbehandlung erfolgt unter hochsterilen Bedingungen und sorgfältiger Herz-Kreislauf-Überwachung.

CT- oder röntgengestützt lassen sich verschiedene schmerzauslösende Strukturen wie die Facettengelenke , Iliosakralgelenke, aus dem Spinalkanal austretende Nervenwurzeln oder der sogenannte Epiduralraum, der Bereich im Rückenmarkskanal, welcher die Nerven umgibt, gezielt mit einem Lokalanästhetikum und gegebenenfalls ergänzend mit Kortison infiltrieren. Im Idealfall lässt sich hierdurch eine langfristige Beschwerdelinderung erreichen. Wichtig für den weiteren Therapieerfolg ist, dass der Patient unter Anleitung des behandelnden Arztes „mitarbeitet“. Dementsprechend finden Schulungen und Anleitungen zur Eigenübung statt, welche für den Patienten auch nach dem stationären Aufenthalt hilfreich sind.

Nachbehandlung

Für den Erfolg der interventionellen Schmerztherapie ist es unerlässlich, die erlernten Übungen in Kooperation mit niedergelassenen Orthopäden und Physiotherapeuten auch nach dem stationären Aufenthalt aktiv weiterzuführen. Das gilt auch für empfohlene Verhaltensweisen. Diese sollten konsequent umgesetzt und beibehalten werden. Gegebenenfalls ist begleitend eine medikamentöse Schmerztherapie erforderlich.